Unsere Schulsozialarbeit

Hallo

Wir sind Frau Pollock und Frau Rolfes, die Schulsozialarbeiter der Paul-Gerhardt-Schule.

Was ist eigentlich Schulsozialarbeit?

Eltern und Erziehungsberechtigten bieten wir Beratung und Hilfe bei schulischen Angelegenheiten an und können in Erziehungsfragen unterstützen. Bei schulischen Schwierigkeiten suchen wir gemeinsam nach einer Lösung. Dabei sind wir bei Bedarf auch bei der Vermittlung von außerschulischen Einrichtungen und Beratungsstellen behilflich. Außerdem sehen wir einen weiteren Arbeitsschwerpunkt in der Umsetzung des Bildungs- und Teilhabepaketes (BuT) an unserer Schule.

Für Schüler/innen sind wir Ansprechpartner, wenn sie Sorgen oder Schwierigkeiten im schulischen, privaten oder familiären Umfeld oder persönliche Probleme haben. Wir suchen dann gemeinsam nach einer geeigneten Lösung.

Der Kontakt zur Schulsozialarbeit basiert auf den Säulen Vertrauen, Freiwilligkeit und Transparenz. Jeder kann sich vertrauensvoll an uns wenden. Wir unterliegen der Schweigepflicht.

Sie erreichen uns wie folgt:

Lisa Pollock                                                    Marion Rolfes

Mo.:  08:00-11:30 Uhr                                  Mo.:  12:00-15:30 Uhr

Mi.:   08:00-15:30 Uhr                                 Di.:   08:00-15:30 Uhr

Fr.:   08:00-15:00 Uhr                                  Do.:  08:00-15:30 Uhr

schulsozialarbeit-pgs.clp@ewe.net             schulsozialarbeit-pgs@ewe.net

LUBO AUS DEM ALL

Das Lubo Training findet 14-tägig ab der ersten Klasse statt und wird von der Schulsozialarbeiterin durchgeführt.

An unserer Schule arbeiten wir in den Jahrgängen 1. und 2. mit dem Programm „Lubo aus dem All“. Lubo ist ein kleiner Außerirdischer aus dem All, der die Erde besucht und lernen möchte, wie man auf der Erde Freunde findet und wie die Menschen gut miteinander umgehen. Lubo stößt bei seinen Ausflügen immer wieder auf Rätsel und Probleme der Gefühle und des Miteinanders. Die Kinder helfen Lubo bei der Problemlösung.

Bei diesem Programm geht es um die Förderung sozial-emotionaler Kompetenzen der Grundschulkinder, wodurch auch ein wichtiger Beitrag zur Gewaltprävention geleistet wird.

Das Trainingsprogramm besteht aus den drei Einheiten

Grundlagentraining (Welche Gefühle gibt es? Wie sieht ein Gesicht aus, wenn es traurig/böse/fröhlich ist?) Wo spüre ich Gefühle in meinem Körper?

Emotionsregulationstraining (Was kann ich machen, wenn ich traurig bin, um wieder fröhlich zu werden oder wenn ich wütend bin, um wieder ruhiger zu werden? und

Transfertraining Wie kann ich Probleme lösen? Wie entscheide ich mich für gute Lösungen?

 

TEAMGEISTER

Wir sehen das soziale Lernen als gemeinsame Aufgabe des Elternhauses und der Schule. Um die sozialen, emotionalen und kommunikativen Kompetenzen unserer Schüler zu fördern und zu erweitern, arbeiten wir in den 3. und 4. Klassen ab dem Schuljahr 2020/21 mit dem Programm TEAMGEISTER. Unser Ziel ist dabei das respektvolle Miteinander zu festigen.

Wir wollen den Blick auf die Stärken der Kinder legen. Positives Verhalten wird in der Gruppe trainiert. Wenn wir damit früh beginnen und kontinuierlich daran arbeiten, können wir langfristige Ziele erreichen.

Die Kinder lernen in den regelmäßigen Teamgeister-Stunden sich selbst und untereinander besser kennen, sie üben das erzählen und sich gegenseitig zuzuhören. Sie lernen mit ihren Gefühlen umzugehen, sich zu helfen und zu unterstützen und sich dabei fair zu verhalten.

Das Programm besteht aus folgenden Einheiten:

  • Gemeinschaft (Unsere Absprachen, Gehst du gerne oder ungerne in die Schule?)
  • Kommunikation (Ich höre gut zu, Wörter die wehtun. Wen und wie kannst du um Hilfe fragen?)
  • Selbstvertrauen (Ich kann schon vieles, Labyrinth der guten Eigenschaften)
  • Gefühle (Gute Tage- schlechte Tage, Es tut mir leid, Wie stark ist das Gefühl?)
  • Familie (Besser miteinander umgehen, Wer oder was mir wichtig ist)
  • Freunde (Sind das Freundinnen oder Freunde?, Was mich ärgert oder wütend macht)
  • Verschiedenheit (Gemeinsamkeiten und Unterschiede, Für sich selbst und für andere eintreten)
  • Entscheidungen (Erst nachdenken, dann handeln, Gute und schlechte Entscheidungen)

Übungen, Spiele und Geschichten sollen den Kindern helfen, das Gelernte zu vertiefen. Sie selbst liefern dabei den wichtigsten Teil des Trainings, indem sie von ihren Erfahrungen und Erlebnissen erzählen und diese reflektieren.

Alle 2 Jahre findet  an unserer Schule das Präventionstheater der Polizeipuppenbühne statt. An drei Tagen werden den Schülern der Klassen 1-4 unterschiedliche Stücke mit den Themenschwerpunkten Verkehrssicherheit und Cyber-Mobbing vorgeführt. An Hand alltäglicher Situationen wird den Schülern demonstriert, wie man sich im Straßenverkehr richtig verhält, um möglichen Unfällen vorzubeugen.

Bei den älteren Jahrgängen geht es um das Thema Cyber-Mobbing und Datenschutz. So wird dargestellt, dass man vorsichtig mit seinen persönlichen Daten umgehen muss. Den Kindern wird verdeutlicht, welche Daten gesammelt werden können und es werden ihnen Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt, um ihre Daten zu schützen.

Im Zusammenhang mit dem Präventionsprogramm findet ebenfalls ein Elternnachmittag statt, um eben diese zu informieren und für das Thema „Datenschutz“ zu sensibilisieren.

Eltern und Schüler sind immer gleichermaßen begeistert von dieser Veranstaltung.

Im Schuljahr 2008/2009 wurden von der Beratungslehrerin und einer Sozialpädagogin die Streitschlichter ins Leben gerufen.

Diese sind inzwischen ein fester Bestandteil unseres Schullebens geworden.

Die Entscheidung, Kinder aus dem zweiten Halbjahr Klasse 3 zu Streitschlichtern auszubilden wurde so getroffen, da Kinder erst ab diesem Alter in der Lage sind, Probleme und Gefühle zu differenzieren, zu benennen sowie Erlebtes aus verschiedenen Perspektiven wahrzunehmen. Die Entscheidung, welche Kinder als Streitschlichter geeignet erscheinen, treffen zunächst die Klassenlehrer bzw. Klassenlehrerinnen. Die derzeit dafür verantwortliche Lehrkraft und die ehemalige Beratungslehrerin, die die Ausbildung der Streitschlichter weiterhin ehrenamtlich unterstützt, führen zu Beginn mit diesen Kindern ein bis zwei ausführliche Gespräche um dann zu entscheiden, welche Kinder sie ausbilden werden. Dabei wird darauf geachtet, dass die Kinder über soziale Fähigkeiten wie Einfühlungsvermögen, Teamfähigkeit, Akzeptanz, Durchsetzungsvermögen, sprachliche Kompetenz, Kreativität und Fantasie mindestens in guten Ansätzen verfügen. Im Idealfall wird angestrebt, möglichst gleich viele Kinder aus den Parallelklassen zu nehmen. Da die Sozialkompetenz jedoch im Vordergrund steht, ist diese Entscheidung nachrangig. Die Ausbildung dauert das komplette zweite Halbjahr und erfolgt im Umfang einer Schulstunde pro Woche.

Im kommenden vierten Schuljahr sind die ausgebildeten Streitschlichterinnen und Streitschlichter dann in der Lage, ein komplettes Schuljahr ihren Dienst zu versehen. Die Dauer des Dienstes beträgt jeweils zwei Wochen und der Dienst wird in beiden großen Pausen versehen. Ein entsprechender Dienstplan ist für alle Schülerinnen und Schüler zugänglich ausgehängt. Zusätzlich sind unsere Streitschlichter im Dienst mit einer leuchtend neongelben Weste gekennzeichnet, damit sie für alle Kinder gut erkennbar sind.

Die Ausbildung erfolgt nach den Vorgaben des Handbuches „Grundschulkinder werden Streitschlichter“ (Götzinger/Kirsch, Verlag an der Ruhr 2004). In zwölf Ausbildungseinheiten wechseln sich Spiele zum Kennenlernen, zur Förderung des Selbstwertgefühls, Kommunikationsübungen und Rollenspiele ab. Jedes Kind erarbeitet sich ein eigenes Handbuch. Durch Übungen werden zudem die Alltagserfahrungen der Kinder mit Konflikten thematisiert. Sie lernen, ein Gespräch zu strukturieren und mit den Streitenden verbindliche Verträge zu schließen, um einen Streit beizulegen. Zum Abschluss erfolgt eine Prüfung in Form eines Gespräches. Danach erhalten die fertigen Streitschlichterinnen und Streitschlichter von der Schulleitung eine Urkunde überreicht. In den kommenden Tagen stellen sie sich in allen Klassen vor, damit die anderen Schülerinnen und Schüler sie kennenlernen und vor allem die Erstklässler überhaupt erfahren, welche Aufgaben die Streitschlichter übernehmen.

Ziel der Präventionsarbeit im Bereich der Streitschlichter soll sein, die Sichtweise der Kinder zu verändern. Sie sollen erkennen, dass bei einem Konflikt beide Parteien daran Anteil haben. Anstatt sich nun als Gegner gegenüberzustehen, sollen sie mit Unterstützung der Streitschlichter lernen, sich diesem in Ruhe zu stellen, um das gemeinsame Problem friedlich zu lösen. Besonders wichtig ist uns dabei, dass keine Lehrkraft als Kontrollinstanz fungiert, sondern Kinder lernen, ihre Probleme selbständig zu lösen. Eine Intervention erfolgt nur im äußersten Notfall durch die beratende Lehrkraft. Diese gibt auch keine Lösungen vor, sondern interveniert z.B., um die Streitschlichter zu schützen.

Ziel für die ausgebildeten Streitschlichterinnen und Streitschlichter soll speziell sein, sie in ihrem Erwerb sozialer Kompetenzen weiter zu fördern und sie insbesondere in den Bereichen Toleranz, Selbstwertgefühl, Verantwortung für sich und andere und Teamarbeit zu stärken.

Reden geht vor Schlagen

Streitschlichterausbildung an der Paul-Gerhardt-Schule

Voller Stolz erhielten sieben Schüler der Paul-Gerhardt-Schule aus der Hand von Schulleiterin Hanna Weyrauch nach Abschluss ihrer Streitschlichterausbildung die Ernennungsurkunden. „ Ihr habt euch bewährt und wir trauen euch diese wichtige Aufgabe für die Schulgemeinschaft zu“, sagte Weyrauch bei der Übergabe der Urkunden. Die Grundschule bildet schon seit acht Jahren auf Initiative der damaligen Beratungslehrerin Maike Gradhandt Schüler und für diese Aufgabe aus. Damals war sie die erste Grundschule in der Region, die eine solche Ausbildung anbot. In diesem Jahr führte Franziska Muees, Schulsozialarbeiterin der Diakonie, hauptverantwortlich den wöchentlichen Kurs durch.

Neu war in diesem Durchgang, ein Praktikum bei den aktuellen Streitschlichtern der vierten Klasse. So konnten wir Theorie und Praxis gut verknüpfen.“, stellte die Sozialarbeiterin Franziska Muees zufrieden fest. Die Streitschlichter kommen hauptsächlich in den Pausen zum Einsatz. Sie haben in der Schule einen eigenen Raum für Konfliktgespräche und schließen bei Notwendigkeit auch schriftliche Verträge mit den „Streithähnen“, die dann nach einer gewissen Zeit auch überprüft werden. „Reden geht vor Schlagen“, sagte ein neuer Streitschlichter kurz und treffend.